Vom Rumoren der Foren

Ein Leser meldet sich.

Titelbild: Italo Svevo in Triest – ein Mythos. James Joyce macht ihn in Paris berühmt, in Triest war er verpönt – über die Jahrzehnte dann endlich ein Bürger der Stadt.

„Es gibt vielerlei Lärme. Aber es gibt nur eine Stille.“ Kurt Tucholsky

Literaturkritik in der Krise?

„Machen Blooger die Literaturkritik kaputt?“ Sigrid Löfflers Florett .

Die Antworten auf Twitter entsprechend erzürnt, relativierend, auch erheitert erweiternd. Meine Position bleibt indifferent. Einerseits andererseits. Als ich noch nicht sah, wer was war und tat, war ich auf Literaturkritik angewiesen zur Auslotung der eigenen Präferenzen, häufig stand ich samstags vor den Regalen und brachte mehr als fünf Bücher mit nach Hause. Dabei entschied mein Unterbewusstes (gefüttert von Rezensionen in den Medien) über die Einkäufe zu mehr als geschätzt siebzig Prozent. Die anderen 30 Prozent Unterbewusstes speisten sich aus dem Gedächtnis von Namen, die ich schon einmal gehört, gelesen, gesehen hatte. Die zwei Literaturzeitschriften (Schreibheft und Volltext) hatten mir die Restkammern gefüllt.

Nur selten entschied ich mich für den Kauf eines Buchs, nur weil es an den vorderen Plätzen ausgelegt war, oder etwa wegen Cover und Klappentext. Diese Ebene der Vermarktung schien mir immer schon rein der Vermarktung wegen – weniger eine der inneren Logik eines Kaufinteressierten (Konsument) oder Leseinteressierten (Kulturbeflissener) wie mich. Reingelegt fühlte ich mich auch. Beispiel Kehlmann. Ich und Kaminsiki, derzeit von Ranicki in höchsten Tönen gelobt, er wurde auch mein Freund, bald aber holte er mich auf den Boden der Tatsachen zurück durch seine Folgewerke – die in meinen Augen mehr Essays waren mit literarischen Mitteln – sehr auf den Boden der Tatsachen heruntergeholt haben mich Ranickis Empfehlungen für Ulla Hahn oder Judith Herman – da wurde mein inneres Gericht hellhörig und spürte – Literaturkritik ist auch unter „Professionellen“ keine reine Exegese im Wortsinn und auch kein wortgetreues Vertiefen, sondern emotionalisiertes Lamento und vor allem fast schon verordnendes Abklatschen – die Verlage mag es gefreut haben. Mich hat es enttäuscht und auf Jahre auf Distanz zur Literaturszene gebracht. Die dann – wie auch immer die Wege sich verästelten oder sich neue Stränge auftaten, mit der neuen deutschen Popliteratur noch einmal den Versuch startete, mich zu übertölpeln, ja reinzulegen. Plötzlich so Namen wie Stuckrad-Barre oder Kraft den Raum besetzten – (ich mich für David Foster Wallace entschied – Sic!) und im Hintergrund noch welche rumorten, deren Namen ich nicht mehr erwähnen muss, sie sorgen selbst ständig für Furor und hitzige Atmosphäre.

Glücklich wirst du bei so etwas nicht, am Horizont dann plötzlich Rettung für meine ramponierte Literaturseele – es erschienen Buchreihen. Wie Mutter schon, die sich Ranickis und Walter Jensens Bücherbund-Reihe ins Haus geholt hatte – die inzwischen bei mir untergekommen ist – die Reihen der Süddeutschen Zeitung und der Zeit. Als dann Elke Heidenreich auch solch eine Reihe aufmachte (die meine Burda-lesende Mutter sich wiederum aneignete), war auch dieses Spiel bald vorbei. Die Verlage wird es nicht wirklich weitergebracht haben.

Sie ließen sich Buchpreise einfallen – hinter denen nun die Republik herhechelte und sich gegenseitig auf die Geburtstagstische legte. Als ich schließlich beschenkt wurde mit einem Buch eines englischen Bestsellerautors, war auch das Schenken und Beschenktwerden eine eher entschuldigende Maßnahme geworden für weniger Literaturinteressierte, die aber noch immer so taten, als seien sie im Geschäft. Die Bücherregale bogen sich schon, Bücher verschwanden in zweite Reihe, mein Hunger war noch immer nicht gestillt.

Ich begann meine mir eigenen Autoren zu suchen, fand Alban Herbst, fand A.F.Th. van der Heijden, fand William H. Gass, fand Peter Nadas, entdeckte Saul Bellow für mich und fing das ganze Philip Roth Universum noch einmal von vorne an. Während es hinter den Kulissen zu rumoren begann – Frauenliteratur sei eben keine Frauenliteratur sondern Literatur (gerne gelesen: Clarice Lispector, Lucia Berlin, Chimanda Ngozi, Undine Gruenter) Wie du an meiner Reihe allerdings siehst, ich las tatsächlich überwiegend Männer – was tut das zur Sache?) Jaja, die Klassifizierungen, die ausgrenzenden Begriffe, Distinktionen, suspendierend, die Marginalisierten fallen hinten runter. (Auch der Leser wie ich wird so nebenbei blamiert – er kann sich nichtmal äußern, nicht wehren, er wird vom Tisch gewischt, soll aber wieder an ihn zurückkommen, sobald es heißt „Wir haben wieder einen für dich?!“ – es hat aber nicht jeder zu jeder Zeit den nötigen Witz das durchzustehen – Leser, du, sei mal nicht so empfindlich.)

Ein schwammiges Bild entsteht: Es gäbe wohl Mächte, die etwas steuerten, den Lesegeschmack, den Leserwillen, die Leserinnentreue. Gefühle bleiben weiblich. Die Eroberungswut männlich.

Ich schaute mir alljährlich das Bachmann Spektakel an und wurde jedes Mal darin bestätigt, dass ich dieser Szene nie angehören werde. Es sind mir zu weiche Stimmlagen hier, dort zu martialische – hier das lobend Einfühlsame, dort das denunziatorisch Vernichtende, sehr viele übervorteilende Stimmen. Und brummeln grummeln hüsteln und spötteln vor sich hin. Verkriechen sich wieder auf ihre Universitäten. Keine Szene im handelsüblichen Szenebegriff einer Boheme, sondern eine im Kontext von Freundschaften. Sind reihum untereinander vertraut. Man spricht auch von Klüngel. Jeder kennt jeden, da muss man schon sehr distanziert bleiben – willst du frei sein zu urteilen. Werk und Autorenschaft eben nicht voneinander getrennt. Ikonen sucht der Markt, Idiole, Virtuosen und Alleinstellungsmerkmale. Und beschwert sich noch darüber, dass kein neuer Klassiker entsteht.

Schaust du noch näher hin, fühlst du dich unversehens in die Zeit zurückversetzt, da eine selbsternannte geistige Elite sich jeden Morgen auf dem Schulhof zusammenhockte. Der eine rezitierte Goethes Faust rauf und runter, die andere war ganz gefangen von The Catcher in the Rye, der Deutschlehrer versuchte Franz Kafka mit an die Wand geklebten Gänseblümchen zu erklären, der Alte da war noch immer Thomas Mann Fan und fand auch seine Bandwurmsätze hoch interessant, vor allem wie er sie von mal zu mal geschickt zu einem Ende führt. Ich fertigte eine Hausarbeit über Heiratsanzeigen an und verlor mich im Bombast der Militärsprache des Fußball, studierte zwei Semester Germanistik und spürte auch dort: Ich schaffe diese Leute nicht. Sie schaffen mich.

Und da wir uns gegenseitig so viel zu Schaffen machen, kriegen wir das mit der Literaturrezeption einfach nicht hin. Ein Buch ist ein Buch, glaubt man, dabei ist es ein Seitenwerk, über das sich die Kommunikationswege der Lesenden auseinander entwickeln oder doch zueinander hin? Ja Nein, sowohl als auch, und sowieso Anything Goes. Finde du in diesem Zirkus ein Sprungseil, ein Hochseil und vergiss nicht, auch für die Fangnetze zu sorgen.

Nun, Jahre weiter. Die Frauenliteratur hatte die Männer im Griff, indem sie die Männer weiterhin Richtung „ihr schaut ja auf uns nur als Frauen“ stigmatisierte und für sich herausfand, dass es neben Virgina Woolf und Ingeborg Bachman mehr als hundert, vielleicht sogar tausend verschwiegener oder vergessener Literatinnen gibt und gab. Ließ auch unter den Tisch fallen, dass es ebenso viele Literaten gab und gibt, die wissentlich oder ausversehen vergessen und vernachlässigt wurden – Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen (H.J.Schütz 1988 – auch Hertha Kräftner darin als einzige Literatin – „ein poetisches Talent von seltener Reinheit.“ Sic (!) – wenn Männer über Frauen … ?!). Der Chauvinist, der Frauenheld, ein selbstherrlicher Gönner. Das Ungeheuerliche an dieser Frontstellung (apropos Kriegssprache und Fußball): es schließt das eine das andere aus – es trägt nicht zum Dialog oder zum Disput oder Diskurs bei, es suspendiert sich gegenseitig. Gemeinschaftsgefühle. Gemeinsames Klagen, gemeinsames Abgrenzen – intellektuell Distinktionen genannt, weniger intellektuell Provokation.

Und so stelle ich fest: Lager, Lager. Als Jugendlicher hätte ich gesagt Laber Laber. Fakt ist. Es gibt keine Leitplanken, keine Orientierung, außer die der Häufung, der Anhäufung, der Flucht nach vorn: Gespräche über Leitplanken und Orientierung. Und Häufung. Ein Witz: Es gibt so viele Neuerscheinungen und darunter so viele mit dem Zeugnis ungenügend, du kannst froh sein, das alles nicht lesen zu müssen.

Und so bleibt es, wie es ist: hier die Dompteure, dort die Zuschauer. Hier die Macher, dort der Konsument? Der Diskurs steckt fest, an den Universitäten. Es entstehen Fixierungen, Zentren, Überhöhungen, Vergrößerungen bestimmter Figuren, ihr Ruhm, ihr Erfolg, ihre Alleinstellung mag ihnen schmeicheln, all das aber lenkt ab von dem, was inhaltlich Diskurs werden wollte: Eine Demokratisierung der Szene und auch eine Chance für mehr als die Auserwählten. Das Missverhältnis weniger zum Talent vieler. Die Vermittlungsebene stellt gleich auch die Sinn- und Zeitgeistfrage: warum soll ich den oder die lesen, wo der oder die es besser kann. Warum soll ich die oder den lesen, der es offenbar besser kann, obwohl da jemand behauptet, es gäbe dort noch einen, der oder die noch besser ist. Lesen betrachtet nach den Kriterien von Tabellen, wie man sie aus dem Sport kennt, Kreisliga Ostwestfalen gegen Bundesliga der Schweiz. Das Kräftemessen ist in vollem Gang – allein der oder die Leserin entscheidet noch immer selbst. Die ach so verpönten Selfpublisher machen Genreliteratur und Umsatz, die Künstler:innenautor:innen stehen unter Rechtfertigungsdruck und warten auf ihre Berufung. Es bleibt wie es ist: mühsam. Staubtrocken. Ich bin „nur“ Amateur. Die Profis üben die Blutgrätsche (Begriff aus dem Fußball).

Da rettete mich erst einmal und wieder das Internet. Die leichte Gangart wurde entdeckt. Hier ein Blog, dort ein Blog. Hier ein Schreibseminar dort ein Forum. Hier ein Kursus für kreatives Schreiben dort gleich eine Universität für kreatives Schreiben. Als dann aber der Literaturprofessor [Name rausgenommen] in blauem Sacko auflief und Klunker an den Fingern zeigte, wurde mir wieder bewusst. Ich bin naiv, er ein deutscher Dandy – aber doch nicht in blau – warum nicht in weißem Anzug wie Tom Wolfe? Der [Name rausgenommen] in hellbraun leuchtenden Lederschuhen in der Heinrich Böll Stiftung, wieder bin ich Konsumenten-Amateur und stiller Zuhörer, er megaphont mir ins Ohr. Wollen Sie etwas anderes als Selbstreinkarnation? – Sie verwechseln die Ebenen.

Es scheint schon lange nicht um das Bedruckte zu gehen, es geht um Schein und Wirkung. Willst du erfolgreich sein, besuche einen Schauspielerlehrgang. Kleide dich extravegan. Toupier dir das Haar – alles schon da. Schlitzt der sich auf der Lesung die Stirn auf, wie abstrus ist das denn – Provokation geglückt. Hatten wir. Und seltsam: Die mit dem Megaphon halten die Stimmlage. Sie bleiben oben. Die, die wirklich gut sind, aber selten in Erscheinung treten, müssen das kompensieren. Indem sie Meisterwerke erzeugen. Oder Eintagsfliegen.

Was von Witzel gehört? Was von Hacker gehört? Was von Gospodinov? Was von Stangl? Was von Bauer, Petrov, Frostenson? Was ist das nur, dass die einen die Aufmerksamkeit ziehen, die anderen erst entdeckt oder wiederentdeckt werden müssen? Und Just in Time gehen sie sich über ihre Lieblingssendeanstalt gegenseitig auf den Leim. Da setzt Frau Löffler ihr Florett ein, antworten die aus dem Netz mit Megaphon und Frontstellung – ich dachte sofort: ich schalt mich off – geh wieder lesen, deine Bücherregale krümmen sich unter der Last. [Ein Graus, ein einziger Graus, um es mit Thomas Bernhard zu sagen.]

Das Gewittergeschnatter um was? Naturgemäß um Aufmerksamkeit. Aber wofür? Sie sprechen tatsächlich von Demokratisierungsversuchen der Literaturszene und setzen sich im Gegenteil ab – wo Literatur draufsteht, muss auch Verstörung drin sein. Die Literaturzerstörer bei der Arbeit, dachte ich im Ohrensessel – frei nach das Kalkwerk von Thomas Bernhard. [Da werden dann stellvertretend Bücher verrissen von Autoren, die du auf Pferden vermutest, wie sie durch Fort Knox reiten] Wieder wird Tango getanzt um ihre selbsteigene Erfindung. Sie, die Gradmesser der Literatur, diejenigen, die das alles vorhersehen und einnorden können. Ergebnis dieser Suspension: Stillstand. Lieferergebnisse dieser Suspension: Vorlieben, Schwebezustände, Jesus über dem Wasser.

Interessenslagen der Protagonisten: Dabeisein und anerkannt werden. Vergessen in dieser Suspension: die das alles kaum aushalten und ausweichen auf die Möglichkeiten, die sonst noch bleiben: Schreiben für die Schublade (Regensburg schreibt auch), eigenmächtiges Publizieren (Marcel Proust) und sich selbst Schrifteller nennen (Ludger Faber), warten auf den Entdecker Max Brod (Franz Kafka – posthum). Der Leser (ich) ist sowas von ratlos, er kriegt es nicht mehr parodiert – muss sich täglich aufs Neue daran erinnern, dass er auch noch da ist, und dass er es mit sich selbst aufnehmen kann und ihm eine weitere Geduldsprobe abverlangt wird.

Zum guten Buch ist es eben kein kurzer Weg. Heißt: er (der Leser mutiert zum Wegleser – ein Leserich ohne Eigenschaften) muss sich emanzipieren von Aufmerksamkeitsliturgien und deren Rauchzeichenritualen und vom „Jetzt komme ich.“ Muss sich abstrahieren vom Lagerdenken, vom Bücher Bücher Rufen, vom das ist nur ein Text nur ein Text Text Text oder der und die kann schreiben oder der und die dagegen nicht, und all dieses akademische Kontra zu dem, was er selbst erlebt beim Weglesen oder selber Leben, und wenn er es erst aufschreibt, wird es Buchhalterprosa – die Wahrnehmungshorizonte werden nicht weiter durch die Blockbustersätze der anderen, Zeit und Geduld, Selbstreferenz, Psychologisches, das Pathologische des Wartens – selbst der Spruch „die Jungen Stimmen, die summen, haben nichts zu erzählen, weil der Erzähler Lebenserfahrung noch nicht spricht“ erzeugen nur missmutiges Raunen, denn das Internet schreibt das „große Buch“ bald von allein, an dem schreiben sie (noch) mit, trotzdem fehlt es an Durchlässigkeit in einer Gesellschaft mit Königsgehabe. [Wo du hinschaust, ein Raunen und Staunen – wer wagt den nächsten Fehltritt? – Im Zweifel – [Name rausgenommen] fragen!] Und führen gern Scheindebatten über kursive Schriftarten, Bold setzt sich durch. Neues aus dem Leben von Ludger Faber.

Ich will Bilder platzieren … hier eins aus der Uckermark

Der Verriss – eine Selbstreinigungsmaßnahme der Literaturkritik

Zwei D-Mark pro Zeile – Wie ich einmal ein professioneller Literaturkritiker wurde

Erschöpfungsfeuilleton – Über journalistische Ohrwürmer

Warum Blogger die Literaturkritik bereichern – über „pauschalisierende Frontstellung zwischen Literaturkritik im Internet und im sogenannten etablierten Feuilleton.“ Eine Rezension auf Amazon ist „natürlich nicht“ eine substantielle Literaturkritik, aber darum geht es nicht, denn natürlich gibt es im Internet ein sehr intellektuelles und reflektiertes Sprechen über Literaur – „bei der Amazonkritik kann ich als Leser nicht wissen, was das Buch mir sagen soll …“ „die Herabwürdigung der Arbeiten von hochwertigem Arbeiten im Netz ist dagegen nicht zulässig“ (Apropos Frontstellung): Botschaft an die Etablierten: Nehmt unsere Arbeit ernst. Würdigt das! //statt sich darüber zu freuen, dass die, um die es geht, Gehör finden und vielleicht endlich auch wieder Leser:innen: die AUTOREN und AUTORINNEN der Bücher – auch und gerade durch Internetrezeption egal in welcher Form. So gesehen stellt sich die Frage. Was ist Literaturkritik? (alles nochmal von vorn)

Auch das sei erwähnt: Am meisten beeindruckt war ich in den letzten Jahrzehnten (!) von Katarina Frostenson, aus dem Schwedischen übersetzt von Angelika Gundlach, Und habe es damals mit einer schwedischen Freundin abzugleichen versucht. Sie Journalistin, und es kam bei ihr überhaupt nicht an. Auch hatte das Schwedische in meinen Ohren längst nicht „den Sound“ des Deutschen. Eine Geschichte eines Mannes allein auf der Brücke –

Die Brücke / ein Monodrama:

Vorbei: Sie ist einfach vorbeigegangen. Vorbei, es war nichts – sie ging, schwebte beinah …
Lächelnd … ging sie einfach vorbei.
Nichts ist passiert. Die Hände haben – gehorcht …
Meine Hände gehorchen mir, nichts kam heraus …
kein Tier
Schritt, für Schritt. Noch ein Schritt. Schritt –
Da Draußen ….
Nur ein – bissschen – weiter -raus .

Katarina Frostenson, geb. 1953 Stockholm. Zu finden in Schreibheft Nr. 47 1996

Buchempfehlungen jenseits des Netz : kaum beachtet, kaum rezipiert – weil gegen die Schnelllebigkeit schwer vermittelbar: Bücher, die unter den Tisch fallen, weil der Food für alle sie verdrängt:

Saul Bellow: Erzählungen; Stefano D’Arrigo: Horcynus Orca; Peter Nadas: Aufleuchtende Details; William H. Gass: der Tunnel – Italo Svevo: Zenos Gewissen, A.F.Th. van der Heijden: Das Scherbengericht. Bücher, die sich dem Internet querstellen, da sie nicht innerhalb weniger Stunden oder Tage gelesen werden können, schon gar nicht rezensiert im Stile eines

Hier: darüber müssten wir sprechen.