schnell noch einen Imbiss ziehen…

Ihre Geschichte verrutscht in den Alltag eines Architekten, der keine Sicherheit im Job hat, ganz Anfänger steht er vor der Schwierigkeit, wie Theorie und Praxis sich zueinander verhalten, die Praxis eines Architekten sich von der Ausübung als Künstler unterscheidet, da der Architekt ein Leben vor Linien auf dem Bildschirm verbringt – hinter dem sich Deckendurchbruch, Tiefgaragenstellplatz und Grundstücksgrenze verbergen – der Künstler dagegen all seine Absichten an der Garderobe abgehängt hat, bis auch der letzte künstlerische Kopfraum ausgeleuchtet scheint insofern, als es dunkel wird in der künstlerischen Ausübung, das tiefschwarze Quadrat von Malewitsch alles bezwungen zu haben scheint, was einmal Mutter der Künste war oder als Komposition und Goldener Schnitt durch den Kopf mäanderte. Der Künstler hat kein Geld, seine Kunst keinen Mentor. Er wartet die nächsten Jahre vergebens, dass die Tür zur Kunst sich öffnet. Sie scheint verstellt durch Pragmatismus und Funktion, nicht mehr Raum, nicht mehr Form, nur Konstruktion und Funktion. Gelähmt von der Null-Option des Alltags, es gibt Ratgeber und Zeitschriften, Lovestorys und Debatten ums Gesundheitliche auf inzwischen achtzig Quadratmeter bürgerlichem Wohlfühlniveau, wer will da klagen? Geträumt das Besondere, ins Wohnzimmer geholt per Drag und Drop. Sie ist mit ihm in den Hans Scharoun. Mit ihm in die Oper. Und muss aufpassen, dass sie ihn nicht mein Leo ruft. Kein erotisches am Weinglas Nippen, keine verstohlenen Blicke, sondern Abwarten, wann der nächste Streit ausbricht.

Veröffentlicht von Clemens Verhooven

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