Der Tag …

… ein Missmatch – die Flexibilisierung der Arbeitswelt zieht nach sich, dass alle zwei Minuten eine Beschwerde, Klage, Unzufriedenheit eingereicht wird, oder eine Unvollständigkeit vorliegt – die Leute es sich im Home-Office bequem machen und den gleichen Komfort erwarten wie im Büro – das Versprechen auf Matrix und Struktur sich auf die individuellen Bedürfnisse ausrichtet – pro Person mindestens drei Gerätschaften – allein, was wir in den letzten Monaten alles zukaufen mussten – der Gewinn dessen schon jetzt den IT-Giganten zugeschrieben werden kann, während hier die Zerstreuung und Vereinzelung zunimmt – Controlling und Personalmanagement haben alle Hände voll zu tun – die Effizienz all dessen noch überprüft werden muss. Zwar sind die Krankschreibungen zurückgegangen, aber sichtbar jetzt schon die Verstörtheit der Einzelnen und hörbar ihr Stöhnen und Ächzen.

Social Media macht derzeit kaum Sinn – Zuviel Arbeit im RL – was eng verzahnt ist mit Netz-Life – nicht im Sinn der Social-Media-Plattformen, sondern im Sinn der Verfügbarkeit aller innerhalb der Firmenstruktur. Hinzu kommt schon jetzt, dass einige sich abgehängt und isoliert vorkommen, man hört und sieht wochenlang nichts und spricht man sie an, wirken sie den Tränen nah.

Die Wochen und Monate ziehen ins Land – im Vorteil die, die noch sprechen können, gefährdet die, die sonst auch still und stumm waren, sie müssen jeweils reintegriert werden – einige retten sich, indem sie trotzdem regelmäßig im Büro auftauchen. Dort ist es derzeit still wie lange nicht.

Veröffentlicht von Clemens Verhooven

Bücher - Jazz - Filme