Ich saß da und war erstaunt, wie sanft sie gepflegt wurde, wie unsanft dagegen meine Gedanken. Ich hätte früher aufhören sollen, sie bezwingen zu wollen, dachte ich, jetzt, da sie sich selbst verlor.

Die Unlust zu folgen, wem nicht zu folgen war

Bauwut, Sturm und Drang. Ein imaginierter Verriss über ein imaginatiertes Buch – kann als Schablone verwendet werden. Im Ergebnis entsteht ein Haus, das man wahrscheinlich, wäre es gebaut, gleich umbauen muss. Ich will ständig eingreifen. Will die Extrapositionen, die Sprachwütereien zurechtstutzen, will die sinnlichen und erotischen Passagen absichern und schützen. Allein es gelingt mir nicht,„Die Unlust zu folgen, wem nicht zu folgen war“ weiterlesen

sich selbst richtig einschätzen lernen im Verhältnis zu. Wenn du dich für individuell und frei hältst – setzt dich denen aus, die du für individuell und frei hältst – du wirst sehen, wie gefährdet die eigene Individualität ist, wie sie verblasst. Die Grenzen ließen sich auch erweitern durch ein Ausstiegs-Déjà-vu – erprobt und für nicht weiterlesen

Über Nacht …

eine sich freisetzende Ahnung: die Leute – wer immer sie sind, wollen es schlau, wollen Sprachwitz – für sich, zum Innehalten, zum Auftanken. Und weniger was augenscheinlich ist – die lauten Rufe und Schreie. Sich selbst freischwimmen mit wohlwollender Begleitung war immer schon tragfähig vergleichsweise zum Abtreten – oder getreten werden.

Das hippe Internet

… ist nicht so hip, wie es tut, im Gegenteil: es unterläuft Dynamik und Flexibilität des Einzelnen, indem es Klickgewohnheiten generiert und ihn auf seine Manöverfläche runterzieht – wer sich in den Medien FB Insta Twitter (oder hier WordPress) bewegt – scheint durch das Viele seiner Timeline vordergründig gut bedient – ja informiert – stößt„Das hippe Internet“ weiterlesen

MS True

So wünscht sich Microsoft das wohl: Seit 1989 – zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen mehr als 30 Jahre – genau die Jahre – die sie mir schenken wollten als Blue Chip Hoffnung – als Performance – und was du dir vom Fahrer anhörst, ist : sei froh, dass du was zu tun hast – hätte„MS True“ weiterlesen

die soziale Bindung durch Social Media – ein Spiel mit Knöpfen. Wortwürfelmaschinen ordnen dich nach dir unbekannten Regeln zu – wer dir wichtig ist, verschwindet plötzlich vom Schirm, wem du wichtig bist, bleibt dir verborgen, das Versprechen 1:n ist mehr ein Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit, von Maschinen über dich verhängt.

Es wird nach Ansehen der Person gewertet, nicht nach dem, was sie sagt. Daraus folgt: was wer sagt ist beliebig – es sei denn, er sie es hat Standing, Aura oder Ruf. Das ist insofern von Bedeutung, als in sich geschlossene und wenig transparente Systeme die Neigung haben, unter Ausschluss der anderen zu agieren – weiterlesen

Ich habe einen Blendtextgenerator gefunden. Der macht aus allem, was Gewicht hat, Schwebebalken. Das Raumgewicht als Zimmerluft. Aus Volkswagen Klassenzimmer. Aus Eigentor Doppelkopf. Aus Wochenende Waschende. Aus Jazz Klassik. Aus Buchseite Seidenschal.

kaum eine Chance, die eigene Provinz zu verlassen – um nicht zu sagen: das Marketing über die Medien der kalifornischen Firmen beherrsche ich nicht, sie beherrschen mich, sie teilen mich zu, sie geben mir die Blasen vor, die Altersgruppen, die Interessensgruppen, die Sozialinteressen – vor Tagen schon der Verdacht: das ist alles Sackgasse – es weiterlesen

Lass mich das reaktiv sehen – dann kann ich morgen progressieren. Stell dir vor, es verliefe anders herum: ich progressiere, um es am nächsten Tag zu bereuen und folgerichtig verstocke und mich zurücklehne und sage: das war‘s Die Formulierung „lass mich das reaktiv sehen“ ist nicht ungefährlich – wie viele daraus wohl wieder machen: „siehst weiterlesen

Die Engführung der Ästhetisierung durch Perfektionierung – und mit ihr der Verlust ihrer Authentizität – du lebst fast zwangsläufig im perfekten Bild der eigenen Verspiegelung. Dem zu entgehen – hieße Ausstieg – der dich unumkehrbar verabschiedet aus dem Dunstkreis des Selbstwahns? Ich vermute schon, es ist leichter als ich zu denken erlaube. Die Räume sind weiterlesen

Zwei Zustände: Stillstand oder Bewegung. Still da sitzen und spüren wie du beäugt wirst. Sich bewegen und beäugen. Still da sitzen und Blicke wahrnehmen. Sich bewegen und die Blicke verfehlen. Sich ausliefern, sich entweichen – Stillsitzende wirken beruhigt und unaufgeregt, sich Bewegende erscheinen flüchtiger aber aktiv. Sich die jeweiligen Zustände zu gegebenem Zeitpunkt aneignen und weiterlesen

Wenn es dich nicht berührt, ist es gerade gut. Du bist klar und kühl. Einer dieser Zustände, die du selten in Worten darstellen kannst. Klar und kühl ist besser als klar und kühn.

Aus der gefüllten Welt: müsste sie umkehren. Die Hohlspiegel an sie halten. Die Unterseiten prüfen. Die Liebesseiten durchblättern. Die Fixierungen lassen.

Glenn Gould

Ich arbeite an den Hypnosezuständen, die ich kaum anzurühren wagte und sie zu einem Katalog verhöhnender Realitäten umschrieb unserer Küsse, der Umarmungen, der Tänze. Heute der Schnee. Im Hintergrund das rhythmische Stakkato

… und schaue mir die Sachen nicht mehr an, sondern durch sie hindurch – bis mir die Tränen kommen … was ist bloß passiert, fragt es mich, das bin nicht mehr ich.

Robinsonaden

Herr der Fliegen von William GoldingSchwarze Spiegel von Arno SchmidtDie Höhlenkinder von Alois TluchorDie Insel des Dr. Moreau von H.G. WellsRobinson Crusoe von Daniel DefoeSchiffbruch mit Tiger von Yann MartelDie geheimnisvolle Insel von Jules VerneDie Straße von Cormac Mc Carthy Arctic Film / Regie Joe Penna, mit Mads Milkelsen und Maria Thelma SmaradottirAll is Lost„Robinsonaden“ weiterlesen