Alttage und alle Tage danach

Wenn um dir ist, wie die Geister rufen – ist es mit dem wie mit einem ausgehöhlten Gesicht Das Wünschen war mein Paradies Irgendetwas herrscht, ich habe keinen Zugriff. Das PassagenwerkDer Mann ohne EigenschaftenAuf der Suche nach der verlorenen ZeitUlyssesDie JahrestageMoby Dick wie werde ich sie wieder los – sie haben mich mit Sprache überfüllt„Alttage und alle Tage danach“ weiterlesen

Monotones Runterschreiben vermeiden heißt: kompositorisch stilistisches Ausarbeiten – was, je nach Arpeggienfolge, ebenfalls monoton werden kann – überhaupt die Bekanntgabe von Kunst und Machen im Rahmen der Netz-Umsonstkultur inzwischen mehr als fragwürdig erscheint – die Wertschätzung für etwas, was man für Low kriegen kann, ist nur einen Klick vom Absprung entfernt. Sie an deine Sachen weiterlesen

In Schichten mäandern

Bin mein eigener Bewährungshelfer in Sachen Aushalten und Abwarten Eigenartig – einerseits wird fortdauernd Neues von dir erwartet – andererseits befürchtet man, du würdest nicht mehr von hier sein – sollst also Konventionen bedienen – bis sich die Langeweile einstellt – so oder so – Zeit für eine Publikumsbeschimpfung Gestern mit Nachbarn Treffen im Treppenhaus:„In Schichten mäandern“ weiterlesen

Und auch. Nicht über jeden Stock springen – wenn die Messlatten über Kopf liegen schon gar nicht – dazu ist man nicht agil oder dynamisch genug. Auch sehe ich, wie sich viele umsonst strecken und auch verhaspeln und ihre Sprachzentren plötzlich Animositäten freisetzen, die besser erst einmal mit sich selbst geklärt werden müssten – allzu weiterlesen

Ein kafkaeskes Leben ohne den Text von Kafka. Im Hintergrund galaktisches Rauschen, Venuszeit, andere Zeit, Wüstenland. Der Text eine Collage aus Musiktiteln verschiedener Interpreten, mach deine Sorgen zu Träumen, ich wünsch euch einen neuen Himmel. Wer hat die Sonne geküsst oder ähnlich … fort vom Schmutz der Verlassenheit, den Nervenzusammenbrüchen und den Ritten auf Pferden weiterlesen

Der Tag …

… ein Missmatch – die Flexibilisierung der Arbeitswelt zieht nach sich, dass alle zwei Minuten eine Beschwerde, Klage, Unzufriedenheit eingereicht wird, oder eine Unvollständigkeit vorliegt – die Leute es sich im Home-Office bequem machen und den gleichen Komfort erwarten wie im Büro – das Versprechen auf Matrix und Struktur sich auf die individuellen Bedürfnisse ausrichtet„Der Tag …“ weiterlesen

So neu ist das Neue nie – es würde die Leute eher verschrecken oder einschüchtern – kannst davon ausgehen, dass vieles, was plötzlich als neu auftritt, eine etwas längere Vorgeschichte hat der Aneignungen und Adaptionen.

Lese: „der schwermütige Raum wurde in der Architektur entsorgt und das beweist einmal mehr, dass Architektur ohne Raum auskommt“ die Ausgangsthese lautet: wir kleben am Boden fest und haben daher keine Vorstellung von Raum lese vom Vagen, von Gleichgewichtsstörungen, von Asymmetrien und Abkehr der Moderne. Das Verständlichmachen komplexer Sachverhalte geht immer auf Kosten der Inhalte, weiterlesen

Es gibt eine Ambivalenz zwischen Innen und Außen – von innen heraus will ich etwas sagen – von außen gibt es einen Druck, es zu verschweigen. Das Außen ist in der Mehrheit – da braucht es kraftvolle Worte – das aber wären Worte, die das Innere so nicht wollte.

Beim Lesen daran gedacht, dem Buch kein weiteres Kapitel zu schenken, sondern mein eigenes Leben umzuschreiben, dort erst scheint er kontrollierbar, der Selbstbezug. Auch wurde mir bewusst, dass mit jedem Hinweis auf eine andere Figur als die, die ich war, die Möglichkeiten zunahmen, sich selbst auszuweisen, gleich auch die Wahrscheinlichkeit zunahm, dass der andere, der weiterlesen

Paarbildungen

Wieder viel erfahren und gehört von Distinktion und Mobbing und Gesprächskultur und Seilschaften – kein Gespräch möglich mit dem Bezirksbürgermeister – deswegen trifft man sich vor Gericht. Sie wollen Rosengärten pflanzen in der Stadt Jazz als Requiem Romantische Momente harter Arbeit Lieblingsspiel der Modernen – Personenkult. – Wenn sich alles bewegt, wird das Navigieren für„Paarbildungen“ weiterlesen

Die Orientierungslosigkeit als größte Schwachstelle des Betriebs Muss man wohl umschreiben in: wo die Zuordnungen verloren gehen, ist niemand bindend prüfbar oder in der Verantwortung – deckt sich mit meinen Beobachtungen: das Wegducken und Rausnehmen und Vonsichweisen führt zur „Selbstmaterialisierung“ – das selbstbewusste Ich verschwindet und weist jede Verantwortung von sich – es macht sich weiterlesen

Paraphrasen des Verzichts

Alles bitte in Prototypen an der Garderobe abliefern – dass „Figuren keine Entwicklung durchmachen“, das „miese Bauchgefühl“, „über Geschmack lässt sich nicht streiten“, „wie machen das die Profis?“ „Problem Nummer eins.“ „Lebensverzicht.“ „Verortung.“

Gestern am Alex – Betrunkener fällt aus Straßenbahn, junger Mann springt bei, Strabafahrer springt bei, ich springe bei – wir helfen ihm auf Beine und Krücken – wuchten ihn an ein Geländer – Strabafahrer telefoniert Sanitäter herbei – wo wohnen Sie? Ich hab’ kein Zuhause – Wir warten auf Sanitäter – Strabafahrer erzählt: was kann weiterlesen

Das alles als Spiel betrachten und betreiben – kommt nicht mehr hin – die eigene Lebenserwartung setzt Grenzen – will auch nicht als Opapa stumm im Stuhl sitzen, will kein Teil einer Gemütlichkeitsfraktion sein, verfolge und beobachte aber, wie andere erwarten, dass ihnen ein Butler beisteht – war versucht vorzuschlagen, dass an jeder Ecke im weiterlesen

Worauf warten wir noch ? – dass irgendjemand anklopft und den Weg zur Kirmes, zum Riesenrad, zum Konzert zeigt? Ich sehe die Ödnis der Volksbühnenbilder vor dem inneren Auge an mir vorbeiziehen. Zwei von denen, die wir die lange Nacht der Nibelungen durchmachten, sind schon nicht mehr – fragen mich stattdessen diese notgeborenen Sätze. Worauf weiterlesen

Ich habe verstanden : manche Dinge will man wirklich (nicht mehr) wissen Wann hatte ich zuletzt dieses Knacken im Ohr nicht? Wo ich immer Headset cool rumtue – als hätte ich noch irgendwas im Griff Der Skandal schlechthin : wir reden vom Schweigen? – nein wir reden von Fortschritt und gucken zu. Der Skandal am weiterlesen

Benötige eine Pause – und weiß oder ahne es schon jetzt – der Suchtfaktor | will aber tatsächlich und endlich wieder lesen lesen lesen – Bücher lesen : diese sind am drannsten:

Ständig soll man irgendwelche Leute irgendwo abholen, und wenn man sie fragt, wo sie abzuholen sind, wissen sie es nicht selten selber nicht.

Wenn der eigene Text verunglückt – kannst du ihn selten retten – habe Text, von dem ich immer glaubte, er sei von Belang – er ist über 20 Jahre alt – und kommt mir plötzlich vor wie ein banales Gerinnsel – dort noch einmal Hand anlegen, fehlt mir Kraft. Ihn als Folie nehmen und einfach weiterlesen

Ludger Guilles war ein hagerer Mann um die Fünfzig und stemmte, eh er das Haus verließ, 15 Klimmzüge an einer Eisenstange. Im Büro grüßte er den Fahrer mit Guten Morgen, Herr Professor. Die Empfangsdame mit Guten Morgen, Frau Doktor. Sie antworteten mit Guten Morgen, der Herr.

Personenkult

Das Bedürfnis, Literatur zu personifizieren: das Personifizieren ist gutes Recht von Marketing, führt nur zu häufig dazu, dass nicht der Text an sich verhandelt wird, sondern allein sein Personal – man darf sich da nicht wundern, dass einem das Lesen vergeht.

Mensch und Maschine

2002: Der Soziologe hält Erklärungen bereit, die ihm der Algorithmus nachjustieren hilft. .2021: Der Algorithmus hält Erklärungen bereit, die der Soziologe zu interpretieren weiß. 2030: Der Algorithmus hält Erklärungen bereit, die der Algorithmus ihm vorgegeben hat.

Komme in ein Alter, da Begriffe zu Dingen werden – Gefühle wirken undurchlässig – die Versuche, sie aufzuweichen, setzen Trotzreaktionen frei. Ich setzte mich an die Spree und schaute sie den Frühling besingen

wenn Joseph Beuys vorbeikäme, sie wären verrückt vor Entzückung, kommt ihnen einer unbekannt vor, glauben sie, sie selbst wären Beuys.

Die Unlust zu folgen, wem nicht zu folgen war

Bauwut, Sturm und Drang. Ein imaginierter Verriss über ein imaginatiertes Buch – kann als Schablone verwendet werden. Im Ergebnis entsteht ein Haus, das man wahrscheinlich, wäre es gebaut, gleich umbauen muss. Ich will ständig eingreifen. Will die Extrapositionen, die Sprachwütereien zurechtstutzen, will die sinnlichen und erotischen Passagen absichern und schützen. Allein es gelingt mir nicht,„Die Unlust zu folgen, wem nicht zu folgen war“ weiterlesen

Über Nacht …

eine sich freisetzende Ahnung: die Leute – wer immer sie sind, wollen es schlau, wollen Sprachwitz – für sich, zum Innehalten, zum Auftanken. Und weniger was augenscheinlich ist – die lauten Rufe und Schreie. Sich selbst freischwimmen mit wohlwollender Begleitung war immer schon tragfähig vergleichsweise zum Abtreten – oder getreten werden.

Was ist …

… eher nichts – wäre falsch. – Wenig ist begreifbar und davon genug. Das Internet gibt mir eher Verwirrspiele statt Konkretes – ich arbeite erfreut drei Romane ab – wäge sie gegeneinander ab, will meine Unrechtsstimme zähmen und wohlwollend sein. Habe auf der eigenen Seite zwei Bücher in Arbeit – will nicht erstaunt sein, sondern„Was ist …“ weiterlesen

Das hippe Internet

… ist nicht so hip, wie es tut, im Gegenteil: es unterläuft Dynamik und Flexibilität des Einzelnen, indem es Klickgewohnheiten generiert und ihn auf seine Manöverfläche runterzieht – wer sich in den Medien FB Insta Twitter (oder hier WordPress) bewegt – scheint durch das Viele seiner Timeline vordergründig gut bedient – ja informiert – stößt„Das hippe Internet“ weiterlesen

Was mich Twitter gelehrt hat : Text und Autor werden nicht voneinander getrennt. Das ist für den Fortschritt von Text insofern von Belang, als das Kritische um die Person jeden unkritischen Inhalt verstellt.

die soziale Bindung durch Social Media – ein Spiel mit Knöpfen. Wortwürfelmaschinen ordnen dich nach dir unbekannten Regeln zu – wer dir wichtig ist, verschwindet plötzlich vom Schirm, wem du wichtig bist, bleibt dir verborgen, das Versprechen 1:n ist mehr ein Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit, von Maschinen über dich verhängt.

Es wird nach Ansehen der Person gewertet, nicht nach dem, was sie sagt. Daraus folgt: was wer sagt ist beliebig – es sei denn, er sie es hat Standing, Aura oder Ruf. Das ist insofern von Bedeutung, als in sich geschlossene und wenig transparente Systeme die Neigung haben, unter Ausschluss der anderen zu agieren – weiterlesen

kaum eine Chance, die eigene Provinz zu verlassen – um nicht zu sagen: das Marketing über die Medien der kalifornischen Firmen beherrsche ich nicht, sie beherrschen mich, sie teilen mich zu, sie geben mir die Blasen vor, die Altersgruppen, die Interessensgruppen, – da hilft analoges Lesen – Masse und Macht zum Beispiel von Elias Canetti weiterlesen

Die Engführung der Ästhetisierung durch Perfektionierung – und mit ihr der Verlust ihrer Authentizität – du lebst fast zwangsläufig im perfekten Bild der eigenen Verspiegelung. Dem zu entgehen – hieße Ausstieg – der dich unumkehrbar verabschiedet aus dem Dunstkreis des Selbstwahns? Ich vermute schon, es ist leichter als ich zu denken erlaube. Die Räume sind weiterlesen