Es gibt eine Ambivalenz zwischen Innen und Außen – von innen heraus will ich etwas sagen – von außen gibt es einen Druck, es zu verschweigen. Das Außen ist in der Mehrheit – da braucht es kraftvolle Worte – das aber wären Worte, die das Innere so nicht wollte.

Beim Lesen daran gedacht, dem Buch kein weiteres Kapitel zu schenken, sondern mein eigenes Leben umzuschreiben, dort erst scheint er kontrollierbar, der Selbstbezug. Auch wurde mir bewusst, dass mit jedem Hinweis auf eine andere Figur als die, die ich war, die Möglichkeiten zunahmen, sich selbst auszuweisen, gleich auch die Wahrscheinlichkeit zunahm, dass der andere, der weiterlesen

Paarbildungen

Wieder viel erfahren und gehört von Distinktion und Mobbing und Gesprächskultur und Seilschaften – kein Gespräch möglich mit dem Bezirksbürgermeister – deswegen trifft man sich vor Gericht. Sie wollen Rosengärten pflanzen in der Stadt Jazz als Requiem Romantische Momente harter Arbeit Lieblingsspiel der Modernen – Personenkult. – Wenn sich alles bewegt, wird das Navigieren für„Paarbildungen“ weiterlesen

Die Orientierungslosigkeit als größte Schwachstelle des Betriebs Muss man wohl umschreiben in: wo die Zuordnungen verloren gehen, ist niemand bindend prüfbar oder in der Verantwortung – deckt sich mit meinen Beobachtungen: das Wegducken und Rausnehmen und Vonsichweisen führt zur „Selbstmaterialisierung“ – das selbstbewusste Ich verschwindet und weist jede Verantwortung von sich – es macht sich weiterlesen

Paraphrasen des Verzichts

Alles bitte in Prototypen an der Garderobe abliefern – dass „Figuren keine Entwicklung durchmachen“, das „miese Bauchgefühl“, „über Geschmack lässt sich nicht streiten“, „wie machen das die Profis?“ „Problem Nummer eins.“ „Lebensverzicht.“ „Verortung.“

Gestern am Alex – Betrunkener fällt aus Straßenbahn, junger Mann springt bei, Strabafahrer springt bei, ich springe bei – wir helfen ihm auf Beine und Krücken – wuchten ihn an ein Geländer – Strabafahrer telefoniert Sanitäter herbei – wo wohnen Sie? Ich hab’ kein Zuhause – Wir warten auf Sanitäter – Strabafahrer erzählt: was kann weiterlesen

Das alles als Spiel betrachten und betreiben – kommt nicht mehr hin – die eigene Lebenserwartung setzt Grenzen – will auch nicht als Opapa stumm im Stuhl sitzen, will kein Teil einer Gemütlichkeitsfraktion sein, verfolge und beobachte aber, wie andere erwarten, dass ihnen ein Butler beisteht – war versucht vorzuschlagen, dass an jeder Ecke im weiterlesen

Worauf warten wir noch ? – dass irgendjemand anklopft und den Weg zur Kirmes, zum Riesenrad, zum Konzert zeigt? Ich sehe die Ödnis der Volksbühnenbilder vor dem inneren Auge an mir vorbeiziehen. Zwei von denen, die wir die lange Nacht der Nibelungen durchmachten, sind schon nicht mehr – fragen mich stattdessen diese notgeborenen Sätze. Worauf weiterlesen

Architexturen

Mit dem Schreiben ist es wie mit der Architektur: Entwerfen heißt Verwerfen. Objekten musst du auf Distanz gehen. Subjektives musst du von dir wegdrücken. Es braucht Jahre zu erkennen oder einzuschätzen, was die anderen machen, in welchem Kontext sie aktiv sind – die Begriffe Zeitgeist oder Stimmung der Zeit oder gar Tagespolitisches sind ungefähr so„Architexturen“ weiterlesen

Microsoft hat mich im Griff – am Abend beim Update des Printservers der Stillstand des Printservers – mit schwarz bleibendem Monitor – plus+ Neuaufsetzen des Printservers – 5 Stunden unruhiger Schlaf – am Morgen die Meldung aus HH – ein Monitor zeige Pixel – wenn du oben einsteigst, du fällst garantiert unten raus.

Ich habe verstanden : manche Dinge will man wirklich (nicht mehr) wissen Wann hatte ich zuletzt dieses Knacken im Ohr nicht? Wo ich immer Headset cool rumtue – als hätte ich noch irgendwas im Griff Der Skandal schlechthin : wir reden vom Schweigen? – nein wir reden von Fortschritt und gucken zu. Der Skandal am weiterlesen

Benötige eine Pause – und weiß oder ahne es schon jetzt – der Suchtfaktor | will aber tatsächlich und endlich wieder lesen lesen lesen – Bücher lesen : diese sind am drannsten:

Ständig soll man irgendwelche Leute irgendwo abholen, und wenn man sie fragt, wo sie abzuholen sind, wissen sie es nicht selten selber nicht.

Wenn der eigene Text verunglückt – kannst du ihn selten retten – habe Text, von dem ich immer glaubte, er sei von Belang – er ist über 20 Jahre alt – und kommt mir plötzlich vor wie ein banales Gerinnsel – dort noch einmal Hand anlegen, fehlt mir Kraft. Ihn als Folie nehmen und einfach weiterlesen

schnell noch einen Imbiss ziehen…

Ihre Geschichte verrutscht in den Alltag eines Architekten, der keine Sicherheit im Job hat, ganz Anfänger steht er vor der Schwierigkeit, wie Theorie und Praxis sich zueinander verhalten, die Praxis eines Architekten sich von der Ausübung als Künstler unterscheidet, da der Architekt ein Leben vor Linien auf dem Bildschirm verbringt – hinter dem sich Deckendurchbruch,„schnell noch einen Imbiss ziehen…“ weiterlesen

Ludger Guilles war ein hagerer Mann um die Fünfzig und stemmte, eh er das Haus verließ, 15 Klimmzüge an einer Eisenstange. Im Büro grüßte er den Fahrer mit Guten Morgen, Herr Professor. Die Empfangsdame mit Guten Morgen, Frau Doktor. Sie antworteten mit Guten Morgen, der Herr.

Personenkult

Das Bedürfnis, Literatur zu personifizieren: das Personifizieren ist gutes Recht von Marketing, führt nur zu häufig dazu, dass nicht der Text an sich verhandelt wird, sondern allein sein Personal – man darf sich da nicht wundern, dass einem das Lesen vergeht.

Mensch und Maschine

2002: Der Soziologe hält Erklärungen bereit, die ihm der Algorithmus nachjustieren hilft. .2021: Der Algorithmus hält Erklärungen bereit, die der Soziologe zu interpretieren weiß. 2030: Der Algorithmus hält Erklärungen bereit, die der Algorithmus ihm vorgegeben hat.

Komme in ein Alter, da Begriffe zu Dingen werden – Gefühle wirken undurchlässig – die Versuche, sie aufzuweichen, setzen Trotzreaktionen frei. Ich setzte mich an die Spree und schaute sie den Frühling besingen

Was nicht in den Kopf will: warum literarische Kreise unter sich bleiben [wollen] und sich noch untereinander einkreisen – ihre Leser und Leserinnen sind außerhalb ihrer Zirkel zu finden. Dort gibt es viele mehr, wenn nicht nur dort. Es liegt offenbar ein Irrglaube vor: gute Literatur sei wohl die, die von Literaten respektiert wird. Schreite weiterlesen

wenn Joseph Beuys vorbeikäme, sie wären verrückt vor Entzückung, kommt ihnen einer unbekannt vor, glauben sie, sie selbst wären Beuys.

brauche mehr Social, weniger Media Der Medienterror kurz vor Blackout – hektisch, laut, schreiend – muss krachender sein und exzessiver als alles, was schon da war – unruhiges Atmen, dunkle Schläge, das Klavier längst abgelöst durch grollenden Bass, der Halbtote wird wach und will los, weil Kate seine Waffe hat.

Ich saß da und war erstaunt, wie sanft sie gepflegt wurde, wie unsanft dagegen meine Gedanken. Ich hätte früher aufhören sollen, sie bezwingen zu wollen, dachte ich, jetzt, da sie sich selbst verlor.

Die Unlust zu folgen, wem nicht zu folgen war

Bauwut, Sturm und Drang. Ein imaginierter Verriss über ein imaginatiertes Buch – kann als Schablone verwendet werden. Im Ergebnis entsteht ein Haus, das man wahrscheinlich, wäre es gebaut, gleich umbauen muss. Ich will ständig eingreifen. Will die Extrapositionen, die Sprachwütereien zurechtstutzen, will die sinnlichen und erotischen Passagen absichern und schützen. Allein es gelingt mir nicht,„Die Unlust zu folgen, wem nicht zu folgen war“ weiterlesen

sich selbst richtig einschätzen lernen im Verhältnis zu. Wenn du dich für individuell und frei hältst – setz dich denen aus, die du für individuell und frei hältst – du wirst sehen, wie gefährdet die eigene Individualität ist, wie sie verblasst. Die Grenzen ließen sich auch erweitern durch ein Ausstiegs-Déjà-vu – erprobt und für nicht weiterlesen

Über Nacht …

eine sich freisetzende Ahnung: die Leute – wer immer sie sind, wollen es schlau, wollen Sprachwitz – für sich, zum Innehalten, zum Auftanken. Und weniger was augenscheinlich ist – die lauten Rufe und Schreie. Sich selbst freischwimmen mit wohlwollender Begleitung war immer schon tragfähig vergleichsweise zum Abtreten – oder getreten werden.

Was ist …

… eher nichts – wäre falsch. – Wenig ist begreifbar und davon genug. Das Internet gibt mir eher Verwirrspiele statt Konkretes – ich arbeite erfreut drei Romane ab – wäge sie gegeneinander ab, will meine Unrechtsstimme zähmen und wohlwollend sein. Habe auf der eigenen Seite zwei Bücher in Arbeit – will nicht erstaunt sein, sondern„Was ist …“ weiterlesen

Das hippe Internet

… ist nicht so hip, wie es tut, im Gegenteil: es unterläuft Dynamik und Flexibilität des Einzelnen, indem es Klickgewohnheiten generiert und ihn auf seine Manöverfläche runterzieht – wer sich in den Medien FB Insta Twitter (oder hier WordPress) bewegt – scheint durch das Viele seiner Timeline vordergründig gut bedient – ja informiert – stößt„Das hippe Internet“ weiterlesen

MS True

So wünscht sich Microsoft das wohl: Seit 1989 – zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen mehr als 30 Jahre – genau die Jahre – die sie mir schenken wollten als Blue Chip Hoffnung – als Performance – und was du dir vom Fahrer anhörst, ist : sei froh, dass du was zu tun hast – hätte„MS True“ weiterlesen

Was mir Twitter gelehrt hat : Text und Autor werden nicht voneinander getrennt. Das ist für den Fortschritt von Text insofern von Belang, als das Kritische um die Person jeden unkritischen Inhalt verstellt.

die soziale Bindung durch Social Media – ein Spiel mit Knöpfen. Wortwürfelmaschinen ordnen dich nach dir unbekannten Regeln zu – wer dir wichtig ist, verschwindet plötzlich vom Schirm, wem du wichtig bist, bleibt dir verborgen, das Versprechen 1:n ist mehr ein Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit, von Maschinen über dich verhängt.

Es wird nach Ansehen der Person gewertet, nicht nach dem, was sie sagt. Daraus folgt: was wer sagt ist beliebig – es sei denn, er sie es hat Standing, Aura oder Ruf. Das ist insofern von Bedeutung, als in sich geschlossene und wenig transparente Systeme die Neigung haben, unter Ausschluss der anderen zu agieren – weiterlesen

Ich habe einen Blendtextgenerator gefunden. Der macht aus allem, was Gewicht hat, Schwebebalken. Das Raumgewicht als Zimmerluft. Aus Volkswagen Klassenzimmer. Aus Eigentor Doppelkopf. Aus Wochenende Waschende. Aus Jazz Klassik. Aus Buchseite Seidenschal.

kaum eine Chance, die eigene Provinz zu verlassen – um nicht zu sagen: das Marketing über die Medien der kalifornischen Firmen beherrsche ich nicht, sie beherrschen mich, sie teilen mich zu, sie geben mir die Blasen vor, die Altersgruppen, die Interessensgruppen, – da hilft analoges Lesen – Masse und Macht zum Beispiel von Elias Canetti weiterlesen

Lass mich das reaktiv sehen – dann kann ich morgen progressieren. Stell dir vor, es verliefe anders herum: ich progressiere, um es am nächsten Tag zu bereuen und folgerichtig verstocke und mich zurücklehne und sage: das war‘s Es ist Sonntag – klarer Himmel –