Joshua Cohen – Buch der Zahlen

Das Weggeschnittene setze ich als Kommentar. Nicht weil ich davon so besonders überzeugt wäre, sondern weil ich es loswerden will. Und weil das Holz aus dem Buch durchs Internet über mich gekommen ist, ich gebe die Späne, die nicht getauten Eiswürfel, mein Unvermögen, solche Brocken zu verdauen (zu feiern), dem Internet zurück. Da ich keine Ressourcen frei habe, mein Arbeitsspeicher ständig mit Nebensächlichkeiten überfüllt wird (davon ich ebenfalls ein Buch schreiben kann), meine Maschinen defragmentiert gehören und in Reihe gebracht, ich nicht einsehe, warum ich mich etcetera … Cohen sagt es selbst: am Konformistenstadl ums Buch (*klatsch *latsch* klatsch*) beteiligen soll … bedeutet auch, ich brauch mich nicht scheuen, ein Buch zu kritisieren, da wo ich es für verunglückt halte. Die IT hat uns/mich inzwischen so opportunistisch gemacht, keiner/ich traut(e) s(m)ich (nicht) mehr, was zu äußern, gleichgeschaltet rennen sie/wir bei Facebook rum und nennen das Netz, oder Demokratie oder Social Media oder Freiheit oder die Große Chance. Merken nicht, dass sie/wir nur Teil eines ausgeklügelten Systems zur Selbstpreisgabe und Selbstausbeute sind. Ob es sich mit den Blogs auch so verhält, bin ich mir nicht sicher. Möglicherweise wird auch hier mit unseren Daten gespielt. Fakt ist. Niemand traut sich mehr, aus sich heraus zu gehen, weil alles, was du extrapolierst, zu einem Psychogramm im Auge des anderen weiterentwickelt wird – es wird nicht an den Dingen entlang diskutiert oder entwickelt, sondern am Persönlichkeitsprofil rumgeschraubt. Das werfe ich auch dem Buch/dem Text vor. Es hat nullkommawenigbisnix psychologische Tiefe oder Weite, alles scheint angepappt und angehäuft und trägt zur Mumifizierung der Figuren bei. Umgekehrt muss ich das dem Buch wiederum zugutehalten, es zeigt genau das auf. Es wird kein Seelenstriptease erzeugt, sondern eine Diagnose unseres gesellschaftlichen Aneinandervorbei. (Das ist in seinen groben Zügen so „gestrickt“ „gebastelt“, du selbst sollst dir nur immer mehr anheften, anpappen, ankleben, dich selbst vermüllen. Man sieht sie auf der Straße unter schweren Trenchcoats gebückt und gekrümmt umherlaufen, vollbepackt mit Elektronik und Kaugummi) Warum aber alle immer genau das eine suchen (ihre eigene Vermüllung), und nur diese eine Maschine (die zur Vermüllung beiträgt), und nur diese eine Oligarchie (wer sich vermüllt, gibt sein Geld für die Vermüllung denen, die ihn vermüllen und bedankt sich noch dafür), Wer was wie gesteuert ist, dass eine Absicht hinter dem steht (wer ist der Geist? *gr). Nullkommawenigbisnix. Der selbtkritische Reflex bei Guru-JC ist ausgeblendet, leuchtet nur partiell wie ein Glühwürmchen auf, ist aber im Schlaf- und Bildschirmschonermodus. Ein aufgemotzter Typ wie ein Klischee von einem Aufgemotzten. Sprachlich mit Girlanden und Klimbim und vielen Kraftausdrücken getarnt. Ich habe es gestern nochmal mit dem Lesen versucht. Es ist mir einfach zu viel Vokabelwelt und zu wenig Inhalt. Da kann auch Buddha nichts machen, zumal auch Buddha wie ein Teil der Vermüllung erscheint. Für wissenschaftliche Untersuchungen oder wie hier angemerkt für die Akademie dürfte es Pappmasche sein. Es hat dafür zu viel Satzbau und kaum Gestalt und noch weniger: Realität. Es ist ein Luftschloss der IT als vierte Dimension eines Irgendwas von Virtualität, und verrät zwar schon einiges von dem sich daraus entwickelnden Menschentyp, das allein wird nicht reichen. Sicher fährt uns diese Typologie einmal, so hierarchisch und monopolgestrickt wie sie ist, gegen die Wand. Das aber ist nicht die Frage. Auch nicht ob der Mo ein mampfender Koloss von Inder ist mit dem Klischee eines spinnerten Nerds – das interessiert nicht, ist auch eher peinlich, wie Cohen seine Figur hier behandelt, da ist eine Lesebrille spürbar, die ist mir unsympathisch, weil sie über Bilder arbeitet, die eine größtmögliche Entsprechung der Bilder in den Gieraugen der anderen erwartet oder erhofft, Prinzip Gier als tragendes Motiv. Auch das erklärt es nicht. Solange die Gier des einen auf die Opferbereitschaft des anderen trifft, wird die Gier befriedigt, aber letztlich ebenso verstopft. Gier Verstopfung Häufung und Volumen. Erschütternd, was ein einziger zivilisierter Mensch an Raum und Masse verschlingt. Trotzdem wirkt das hier nur wie eine Karikatur auf einen IT-Mann, verrückt ist er auch, und btw der Text, das „irre“ Narrativ, wahrscheinlich unter Heliumeinfluss entstanden, ist nur heiße Luft – Ich überlege immer noch, für wen außer sich selbst hat er das gemacht? Und komme zu dem Schluss. In erster Linie für sich. Er stellt einen Loser (Der Ghostwriter) einem Winner (IT-GeistGottGuru) gegenüber. Dazwischen ein paar Sandwiches und wilde Programmierer (Mo ist der tragische Held). Ein Campusroman mit ein bisschen Imponiergehabe obenauf. Kopfkino bis der Fahrradkurier kommt. Rausgenommen hatte ich

 [1 : 0 für JC. Exkurs aus den Notizen:]

Mich interessieren weniger die Werkprozesse, die sich als Baustelle sehen, sondern Prozesse, die einer Formgebung, Gestalt, einer Komposition, einer Idee, einer Vorstellung folgen – das Beliebige einer Dekonstruktion gehört für mich nicht mehr dazu. Die Dekonstruktion, habe ich gesehen, macht nicht nur Chaos laut, sondern erhebt Chaos zum Prinzip, und das ist weder naturwissenschaftlich noch architektonisch durchhaltbar, geschweige vertretbar. Das Chaos ist in sich Manifest, warum es noch wiederholen und damit verstärken? Jeder Chaosforscher wird dir irgendwann von Struktur erzählen – ja Struktur. Architektur. Und lass mich zu konservativ sein für diese Wildwuchsplantage, aber für mich hat Goldener Schnitt nicht etwas mit Tektonik oder Sturheit oder Konservierung zu tun, sondern mit Perspektive, Raum und Wahrnehmung. Und wenn man mir die Bude vermüllt, habe ich ein Problem hinzugewonnen, und keins bewältigt. Und Cohen, sage ich, mag zugänglich wirken, sein Buch vermüllt mich nicht nur, es rumpelkammert mich auch. Habe noch keinen Architekten erlebt, der dauerhaft Erfolg hat, indem er versucht, einen Elefanten nachzubilden …

Kaum zu glauben: Gärtner sollen aus Langeweile bzw. Unterforderung den Baum im Laufe der Jahre zu einem Elefanten geformt haben. Foto: Ingo Paszkowsky

(man hat mir erzählt: Pückler Muskau war Landschaftsplaner und hat diesen Baum mit Absicht gepflanzt – ein Scherz!) … einen Ochsen oder eine Giraffe, (das Chaos der Natur nachzubilden), genauso wenig habe ich einen Bildhauer erlebt, der mit der Machete im Buchenwald erfolgreich Blautannenskulpturen fällt. Es fehlt an Phantasie, mir einen Komponisten vorzustellen, der ohne Tonleitern Oktaven übt. In der Literatur soll nun alles ohne all das auskommen, oben ohne sozusagen. (Also: dem Wildwuchs der Welt literarisch wild begegnen/Literatur kann und darf alles, macht, was es will. Wollen nicht so streng sein, Komposition Kompost Komposition. Das weiß auch JC. Deswegen es eine Grundstruktur gibt 1 – 0 – 1. Innerhalb dieser ein Blätter- und Urwald von Erzählungen, nicht tragisch, musst es nur lesen. Alles witzig soweit. Kaum dass ich erfahren habe, wie die Computer 1995 immer kleiner wurden, gibt es eine Rückblende auf 1988, da die Entwicklung von Fernbedienungen ein Vermögen kosteten und die Techniker mich und das Kaufhaussortiment bedrohen … und … komm … nur das Multiversum der Unterhaltungsindustrie … zur Produktreihe: eine Fernbedienung, eine Uhr und weitere Albernheiten „wie Wunderwaffen und ferngesteuerte, aber keineswegs unbemannte Kamikaze-Gefährte. Oder Orgon, die im Orgasmus erzeugte Energie. Odinpower, die durch den Willen der altnordischen Götter erzeugte Kraft.“ Noch Fragen? Scherze Kiloweise.

Trotzdem seltsam: Bilder, die keiner Haltung folgen, werden kaum länger betrachtet, wenn ihnen nicht doch eine Stimmigkeit entlockt werden kann. Jeder Kunsttheoretiker wird dir eine mitgeben, wenn du glaubst, du bist der neue Da Vinci. Das mit den Genies, dachte ich, hätte sich erübrigt. Nichtgenies allerdings schwer zu platzieren sind. Also, nehmen wir an, JC sei ein Genie. Jetzt wohne ich dem Genie bei der Dekonstruktion bei, dem des Geniebegriffs gleich mit? Ein Genie streicht seine Texte. Wow. Ein Genie, selbstkritisch, zeigt Sitzfleisch und arbeitet seine Texte mehr als dreimal durch, braucht keine 300 Jahre dafür, sondern vier bis fünf. Vielleicht zehn. Lassen wir das, es führt zu nichts. Denn Gott hat sich verspätet.

Dass nun der Große Vorsitzende aus der Ukraine kommt – was trägt das zur Handlung bei – nichts. Ich darf ein bisschen (in Gedanken) rumfliegen, London, Paris, Dubai, Abu Dhabi, That’s it, So what. Mehr nicht. Städtenamen gleich Assoziative? Weißt du, was mich an dieser Cockpitliteratur so nervt? Es folgt einer eigenen Plauschigkeit, einem Beliebigkeitsstrom, einer Bionade, einer Videokassette, einem Poncho, einer Transaktion, von Chile nach Entropien, es hat viele Krümmungsgrade und Datenpakete, es neigen Ingenieure im Angesicht von Zeitschleifen und Wurmlöchern dazu, sich dem Quantum mampfend zu nähern. Es ist wortgewürfelt und überdehnt Zeit. [Es macht nichtmal einen Wortschatz auf, denn all die Worte werde ich nirgends anwenden dürfen, ohne dass man mich für den mit dem Revolver hält, der statt Patronen Wasser geladen hat.] Auch mich fragt man ständig. Warum soll ich ausgerechnet dein Buch lesen? Diese Frage darf ich ans Genie weitergeben. Sag, Cohen, warum soll ich dein Buch lesen? Es folgt darauf ein Redeschwall, dem ich erstens kaum folgen kann, und zweitens setzt er den Verdacht frei: Die Antwort auf diese Frage ist die Frage selbst. An sich, in Maßen ja, aber nicht in Gänze, sondern … :// abgebrochen. Bevor es heißt. Da leg ich mich hin, getroffen von des Autors kraftvoll mir entgegen Gestreckten.

Jedes weitere Wort eins zu viel. Sollen die glücklich werden damit, die es für einen James Joyce halten. Ich halte es für einen Tagebuchroman, dem hin und wieder die Adjektive und Substantive abhandenkommen insofern, als sie durch explosive und laute ersetzt wurden, oder einfach durch die, die mehr herzugeben scheinen, ausgetauscht. Und wenn gar nichts geht, verschickt man Mails. An Aaron, an all die Freunde, und die sollen Pornos schicken. Schick mir einen Porno. Irgendwie ist das alles nur traurig. (Soll so sein. Oh Mitleid Oh ironischer Konsum von Weintrauben, Datteln und Oberweiten. Fliegende Fische gesichtet.)

(Allmählich erschließt sich auch mir der Sinn von Buddha und dem Less is more)

Es folgt ein einziger Schrei nach Liebe

Was will JC? Das Netz kann von einer Figur beherrscht werden im Buch, schlägst du es zu, ist es weg. Wenn das nicht, so von seiner Figur geteilt durch sich selbst geschrieben vom Ghostwriter, eine Seite Zwischenablage aufgemacht. Arbeitsspeicher geleert. Einkaufszentrum gefüllt. Bewährungshelfer gefunden. M-Einheiten mit Hirnverschmutzung verglichen. V-Einheit bei Pynchon gesehen. Der 419,57 Gramm schwere Stab aus Platin ist eine Steuererklärung. Ach und linksbündig, Blocksatz und Kursive … und Linksbündig auch. Und „Wahrscheinlich einfach eine Überreaktion.“ Viel Weibliches=Korpus. Viel Selfie=Selfie. Viele Seiten wäre gern Millionär. Seiten des Humors südlicher Polarkreis um den Bauchnabel überm Hosengürtel. Gehobeltes trifft auf geräuschlose oder auch mal geräuschvolle Würze. Allein, ich weiß nicht, wo der Text Bedeutung gewinnt, Scherze kiloweise. Kindheitsbrei, Zeitschinderei und Der Himmel draußen war eine Wolke, eine Cloud, Metapher oder Gleichnis, auf einer Seite mit Aufzeichnungsgeräten und Korbflechterarbeit. Wenn das sozusagen Vollstopfprosa ist oder Turboverstopfung oder nur eine Wort-Gefrier-Kombination mit ein paar Schuss Wikileaks – wozu das lesen? Zett Null und Weißgott ja. Mixmaxmaschine. Saftschleuder. Porree mit Arbeitsfläche. Die Bratwurstverpackung und die Doppelspüle. Drumrum solche Substantive man ein paar Weichteile einflechtet: Gleichnis, Gefühl und Der Himmel war draußen. Lese das, Seitenweise und weiß nicht, ja, ich las das. Satzbau? Umbau. Abgeschweiftes. Assoziativ? Brainstormed das Wetter. Durch den Orkan. Was alles ein JC gewesen sein soll, der es einem anderen JC besorgt, als echter JC. Bedeutet Größenwahn Einsamkeit? Wie der Hammer im Sprachloch verschwand und seine Leser verlor … Hallo Welt?!

Bin mir sicher, dass ich Autor von Figur trennen muss, der alte da, der Große Vorsitzende ist vor 1980 geboren, kein Alterego, ein milliardenschwerer Held, kann programmieren wie ein Milliardär, aber nicht so schreiben wie JC (der so viele Zweifel hat – man könnte das Buch auch Joshuas Resterampe nennen, all die Tagebuchnotizen der Jahre zwischen Buchdeckel gebannt). Geschrieben von JC dem bekannten=Shootingstar der amerikanischen (Welt-)Literatur. (Er sogar Drogenkonsum kann wie aus den Medien) Viele Wortschöpfungen, sinnlich wie unsinnlich im Druck von Essgewohnheiten, dem Stress und der Anspannung im Jott gespannt wie ein Ceh, das liest sich manchmal wie ein Collegebuch mit witzelnden Jungs, verklemmter nur. Wie machen Sie das, die Alliterationen. Dies Bollwerk, die Sprachexplosionen. Es fliegt das Collegezimmer auseinander und wenn ich einen Typen sehe, der wegen einer Betty den Mund nicht aufkriegt … muss ich zu Ava gehen, zur Lana … im Rüschenhemd dreht sie sich bestimmt zu ihm um. So ein imponierenderes Gepos(t)e kann sie nicht übersehen. Das macht Oh, denn s.522:

„Er liebt sie.“

Warum nicht gleich so? Eine echte Liebesgeschichte auf das Wesentliche runtergebolzt. Bücher wie diese wollen dich nicht, sie wollen nur so tun als seien sie es (das pralle Leben), kommen aber ohne dich aus. (Das wolltest du doch immer so! – ja wollte ich, aber auch mal von den Hiesigen hier, immer dürfen das die Überseeautoren, aber hier macht es dann nur Luft beklagt Luft) Und die, die so tun, als seien sie entbehrlich, hinters Licht führen als oh, da hab‘ ich wohl was missverstanden. Viele Seiten Obsession in der Täuschung. Viele Seiten Augenwandern über Buchstaben. Seitenweise Fragen wer bin ich in diesem Nichtkontext. Die Lebensseiten vergeblicher Liebesmüh. Und da ich mich zur Kontemplation zwingen kann, werde ich lustwandeln zum Lesesessel und mir die nächsten Seiten reintun – und zwar, wie er schreibt:

„mir war so wirr, dass ich noch immer nicht richtig weiß, wovon ich schreiben soll: darüber dass ich Rückenschmerzen hatte, meiner Schlafsituation wegen? dass mein Kopf noch vermullt, pharaonenhaft umwickelt war, weil ich rüde geweckt worden war? über die Wunde am Hals, die mich geweckt hatte? die Schnittwunde … und soweiter.“

1 zu 1 – Auf Altersflecken wartet der Fleckenentferner.

… und „diesem anerkannten oder durchgesetzten Routinescheiß, die Mitte, das ist nämlich da, wo ich aufgewachsen bin – in den engen Grenzen von Haus und tongefüllter Garage – in einem kleinen farblosen Zimmer, angefüllt mit tonerdiger Jungsjugend, die meine Mutter partout nicht zu etwas Großem formen wollte, sondern nur zu etwas Beweglichem, Haltbaren und vielseitig Verwendbaren.“

„Mamas Hände, die ihre Sprache waren.“ Und dann hatte sie auch noch „Probleme mit dem Sex und dem Schwangerwerden.“

Es gibt unzählige Passagen, die so etwas wie sinnliche Nähe gegen cooles Gehabe aufstellen und es aber immer gleich schwer machen, den Ernst der Lage jeweils zuzuordnen, wenn immer Woody über die ernsten Fragen entscheidet, werden ernste Fragen unernst, wenn immer JC zwischen falschem und richtigem JC wechselt und das noch einem milliardenschweren JC unterjubelt, ist nichts mehr in Not, sondern alles im Lot eigentlich bis hin zum immer alles liftenden Scherz als Kompromiss an den Leser (ob dieses Buch auch Leserinnen erreicht, vermag ich nicht zu beurteilen – dann aber hätte es sogar seine Zielgruppe verfehlt? – zu spekulativ, streichen.) Als würde ich tatsächlich nur noch von „unfruchtbarem Aberglauben“ zu Bankschließfächern und Autobetanken wechseln und die Witze erinnern an Krampf und Kampf, und lassen aber so wenig vermuten beim Rumfahren mit dem Taxi gelb durch New Yorker Straßen.

„Nach Papas Hinscheiden wurde sie noch stabiler, noch embonbusiger*, rüstiger. Üppig, nicht fett.“

*mir fehlt hier das Sternchen zur Erläuterung des Übersetzers (*gr)

Kein Buch, ein Manuskript. Steht Joshua Cohen drauf, und JC sucht sich im Selfie. Kann er gern machen. Ich hab’s mir geholt, auf Empfehlung der Internetbanausen hin und wieder hier und da (Ich verzichte auf Links zu den Banausen) und wühle mich durch den „Routinescheiß“, im Buch, muss mir dieses Manuskript auch noch erarbeiten. Toll. Nun könnte man behaupten, das hat er toll gemacht. Der Loser JC (der falsche JC) beschrieben vom Winner JC (der echte JC=erfolgreicher Autor). Wie der Loser (der Falsche) den Oberwinner JC (ein noch Falscherer) beschreibt. Zusammengehalten von echten Kabelsignal-Entschlüsselungsboxen. Was eine Tetrahexadezimalgleichung auf der EmSi Eschertreppe kurz vor der Vollendung. So ist das halt, wenn der Schriftsteller bombastisiert. Ich weiß, da kommt noch das Buch der Zahlen, vom Computer geschrieben … hat mir die NZZ so versprochen. (?anderes Buch gelesen?)  (Stimmt nicht. Der Computer bin ich! / denn diese Rezension ist vom Computer geschrieben, einem Bot. Ich=Bot meiner Selbst).

Ein paar Seiten weiter. Lana gleich anal, steht so im Buch, ein Palindrom. (sorry, wer lacht denn da? Pipilangstrumpfhumor?) So wird häufig der Witz gesucht, Einfaches eine humorvolle Überhöhung erfährt. Beispiele? : Beispiele:

„Zu Fuß heimwärts gehoppelt“; „Der arabische Frühling kam einem vor wie eine Ausgabe der Vogue“; „Kammerjäger- und Klempnerhandbuch“; „… antwortete, eine Email abgeschlossen, non-fictional.“ „ausgefranstes gehäkeltes Lesezeichen (…) einer alten Dame“; „Alle Bücher müssen recherchiert werden, aber in lesbaren Büchern liegt die Recherche tief begraben. Die Fakten müssen eingewickelt werden wie Mumien, in den allerreinsten und -weichsten Wortmull, der sie konserviert und zugleich präsentabel macht.“

————————-bin mir sicher inzwischen, das halt ich nicht durch. (Stelle mir vor, ich versuchte, dieses Buch zu kellnern, oder am Tresen … oder in der Schule, auf Arbeit, ich kenne niemanden, der es liest. Und die es lesen, kenne ich auch nicht. Was mach ich bloß mit meiner Individuation durchs Raushauen von Subjekten eines Zeichenerkennungsprogramms. Deutlich erkennbar: Mein Vater sagte: Junge, du verschleuderst deine Zeit mit Büchern?! Ich meinem toten Vater hinterherrufe: Vater, allein, was nützt das was du sagst?

Ich muss ja ständig überflüssige Informartionen verdauen: S.291:

„Die Computer waren mit jeder neuen Modellreihe kleiner geworden, schrumpften bis auf Schoßhundgröße und waren noch weiter verkleinerbar, bis ans Limit, den Nullpunkt der Entropie, an dem man einen Computer handgroß machen konnte, fingergroß, zu klein für menschliche Nutzung. Das Web war an eine ähnliche Schwelle gestoßen, aber in der anderen Richtung, es war zu groß geworden, als dass sich ein einzelner Nutzer dort noch zurechtfinden konnte … die Zukunft war uns immer voraus, und wird es immer bleiben, aber sie dehnt sich auch hinter uns und zu unseren Seiten aus. Die Zukunft ist der Client, der Kunde, die Vergangenheit ist einfach auffindbar.“ [So langsam schwant mir Grandioses: Ich bin, glaube ich, einfach nur neidisch. Gern würde ich auch so einen Schmäh loswerden, darf es aber nicht, wenn ich so etwas von mir gebe, werde ich als zu komplexbehaftet geblockt, der hier darf das und die Stillschweigenden, wahrscheinlich die, die mich blocken, lieben ihn dafür. Gerecht war schon immer was anderes.]

Ihr Philosophen, Soziologen, Literaten Feuillotinisten, ihr Straßenkehrer ihr Programmierer ihr Psychologen Ärzte und Mathematiker und Chemiker und Webdesigner und Taxifahrer und Kneipengänger und HolyPager-Umblätterer und FensteraufundzuSchlager ihr Putzwütigen und Zugschaffner, ihr Fernsehgucker und Windbeutelfänger – hab ich was verpasst? Kommt, seht und gewinnt einen Sprachraum, einen Wortschatz und ein immerwährendes ARGH. Lest das bitte noch einmal.

Das muss ich nicht dechiffrieren, das brauch ich nicht zu entziffern, das ist nicht zu entschlüsseln, das ist ein Absatz wie: Spanien ist ein Land, weil es an der Küste liegt. Nur breitet sich die Küste manchmal aus, dann weicht sie wieder. Das gilt auch für Portugal. (Sieht man davon ab, dass das Humbug ist, ebenso. Denn die Computer werden mitnichten kleiner, (gemessen vom Standpunkt des Individuums aus vielleicht, aber gemessen an seinem inneren Wachstum … geschenkt. Denn das sind offensichtlich Texte, die er in seinem Alleingang irgendwann mal hingemalt hat, aber das Bild dazu ist ihm abhanden gekommen, deswegen die Zukunft dafür herhalten muss, dass sie auch schon gewesen sei, in dem Moment, wo ich sie zu denken gewagt habe.)

0 Resumee, was anderes :

Jürg Laederach Vor Schrecken Starr, James Joyce Ulysses, Robert Gernhard Gedichte, David Foster Wallace Ein unendlicher Spaß, Thomas Mann Der Zauberberg, Thomas Bernhard Die Auslöschung, Witold Gombrowicz Ferdydurke. Fjodor Dostojewski Der Idiot, Thomas Pynchon Bleeding Heart, denn:

„Der Teppich schmeckte schal. Weil er makellos war. Ungemustert.“

Übersetzung von Robin Detje / BoeseDiva

*Joshy hat mir ein Angebot gemacht. Wenn ich die Adjektive hohl und leer durchstreiche, bzw rausräume bzw gegen üppig und füllig austausche, will er mir verraten, was ein embonbusiger ist, denn das, hat mir der Übersetzer (nicht) gesagt, wisse nur Joshy. Ich danke dem Übersetzer für eine herausragende Leistung! (ihm sind neue Wortschöpfungen zu verdanken wie Zuschränk=Zugang beschränkt, die Universalfernbedienungskiste, complabberige Link-Erschlaffung, Haudraufundschluss-Blogs), ich bin mir selbst und meiner Geduld verpflichtet. Ich danke auch dem Verlag, dass er mich endlich dazu brachte, ihm eine Spende zu übermitteln. Von denen ahne ich, sicherlich zehn Cent an die nette Verkäuferin ausgezahlt werden, die mir für dieses Monument der Computertechnologie eine Plastiktüte für weitere zwanzig Cent andrehen wollte. Ich das selbstverständlich dankend ablehnte. Nun, bin ich sicher, dass ich nicht frech werden darf, aber wer bezahlt mir die in meinem Gesicht verbogene und verunstaltete Nase? Die Gestreckte Joshys, hätte ich nicht gedacht, fühlt sich an, als hätte mich ein Sexspielzeugautomat im Waschsalon überfallen. Weißt du was, Joshy, kann ich noch anbieten. Ich gebe mir mit den durchgestrichenen Stellen keine Mühe mehr. Lese auch den Ground Zero, also die Biographie deines Superhelden nur noch flüchtig und steige nochmal im zweiten 1 Eins ein. Vorsicht. Nächstes Jahr. Denn Humor, muss man Joshy bescheinigen, hat er – trotz aller Tragik. deiner/seiner/meiner Biographie.

Fragen zur Technik

– und Zweifel – Dass JC der Milliardär mit Java programmiert hat? Dass er der Mitbegründer einer großen Suchmaschine ist? Sehr gewagt. Hat aber, liest man Wiki über Google, Parallelen. Fragt sich noch, wo er sein Geld herhat. Dass er mit Linux in Kontakt kam, glaube ich ihm nicht, damals nutzte man Unix in Universitäten und bei Providern (er prahlt ja hier rum mit Firmengründung um 93 bis 95; 96 gehts an den Start (das trifft auf Google zu – Google auch mit Python rummacht) Damit wir keine Missverständnisse züchten. Der Begriff „des Algorithmus ist eine Abwandlung oder Verballhornung des Namens des arabischen Rechenmeisters und Astronomen Muḥammad Ibn-Mūsā al-H̱wārizmī, dessen Namensbestandteil (Nisba) al-Chwarizmi „der Choresmier“ bedeutet und auf die Herkunft des Trägers aus Choresmien verweist.“ /Wikipedia off) . Lustig auch. Selbst Snafu hat der Autor aufgeschnappt / bei uns war und ist das ein Berliner Provider .

Nochmal zu den immer kleiner werdenden Computern (oben angemerkt:) Die sahen bei Google 1995 ungefähr so aus, mit Lego besteint (würde sagen: ungefähre PC-Größe Bautyp Blechkiste wie auf Foto):

Der erste Serverrack dieser hier: Bilder alle rausgenommen, weil da draußen immer irgendwelche B-Löcher rumrennen und Anzeige gegen mich erheben wegen Urkundenbeleidigung.

Schon auch beeindruckend. Aber mitnichten so klein, wie in der Erzählung des Milliardärs angeführt – diese Stelle hätte ich in der nächsten Auflage dann gern um eine Digi-Shrimp verfeinert !

Denn: Ich brauch nicht mehr ernst genommen werden, ich bin eure Waffe.

(Sagt die Maschine)

Und nun guck dir die Werbung an: so weit hinaus hat dich die Maschine schon weg vom Fenster: Joshua Cohen – Buch der Zahlen, beim Schöffling & Co – du erklärst mich erstrecht für wahnsinnig – hab ich alles schon bearbeitet – versprochen: in Brainberlin, ja da geht es auch so ziemlich verdreht zu – wo die ganzen außergewöhnlichen Genies rumrennen. Wo eigentlich ist der ganze Freejazz hin – alles schon Konserve, nicht?